Das 6. Symposium der Deutschen Pastellgesellschaft auf Sylt
Vom 8. bis 11. Mai 2026 fand das 6. Symposium der Deutschen Pastell Gesellschaft (DPG) statt. Dieses verlängerte Wochenende war eine wunderbare Gelegenheit, tief in den kreativen Austausch einzutauchen und die wilde Energie der Nordsee direkt in meine Kunst einfließen zu lassen.

Begegnungen in der Akademie am Meer
Das Symposium fand an einem echten Kraftort statt: in der Akademie am Meer auf Sylt. Kerstin Reitz hat die gesamte, großartige Organisation dafür übernommen. Eingebettet in die geschützte Dünenlandschaft direkt am Weststrand zwischen Kampen und List, bot die Location die perfekte Kulisse für uns Künstler. Die DPG hat es sich zum Ziel gesetzt, das Medium Pastell wieder stärker ins Rampenlicht der bildenden Kunst zu rücken. Das gemeinsame Arbeiten vor Ort machte diese Mission spürbar.

Untergebracht direkt im akademieeigenen Dünengebiet, konnten wir die kreative Dynamik der Gruppe nutzen, uns austauschen und gegenseitig inspirieren.

Die Entstehung: Wenn Wellen zu Pferden werden
Vom ersten Moment an stand für mich fest, dass ich die Nordseebrise für mein Fokusthema nutzen wollte. Inspiriert von der rauen Brandung begann ich während des Symposiums im Klappholttal mit der Überarbeitung der im Vorfeld entstandenen Aquarelluntermalung mit Pastell.

Mein Ziel war es nicht, einfach nur Pferde am Strand zu malen. Ich wollte, dass die Bewegung des Meeres selbst Gestalt annimmt. So formten sich aus den brechenden Wellen, den tiefen Wasserschattierungen und der weißen Gischt kraftvolle, dynamische Pferde, die förmlich aus dem Meer herausbrechen. Die weichen Pigmente und die Schichtbarkeit der Pastellkreiden waren ideal, um Wellen und Pferde fließend ineinander übergehen zu lassen.
Emergenz
Ein so großes und detailreiches Werk braucht Zeit und den richtigen Raum, um zu wachsen. Nach den intensiven Tagen auf dem Symposium habe ich das Bild später im Süden der Insel, in Hörnum, weiter ausgearbeitet und schließlich vollendet.
Weil ein Bild, das aus dem Rauschen der Nordsee geboren wurde, auch genau dorthin gehört, habe ich das fertige Werk für ein ganz besonderes Finale direkt an den Strand von Hörnum gebracht. Das war kein einfaches Unterfangen und auch mit Risiko verbunden, denn weder das Papier ohne festen Untergrund noch das Medium Pastell eignen sich besonders gut für derartige Aktionen.

Das Treffen der Deutschen Pastell Gesellschaft war ein echtes Highlight in diesem Jahr. Es hat mir wieder einmal gezeigt, wie viel Energie freigesetzt wird, wenn man die eigene Komfortzone verlässt und sich ganz auf die Elemente einlässt. Wer mehr über die Arbeit des Vereins erfahren möchte, findet alle Infos hier:
